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Beeinflusst der Brexit den Frankfurter Immobilienmarkt?

Beeinflusst der Brexit den Frankfurter Immobilienmarkt?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen zunächst zwei verschiedene Phasen des Austritts unterschieden werden. Die erste Phase hat unmittelbar nach dem Votum begonnen, während die zweite Phase erst beginnt sobald ein exaktes Austrittsdatum feststeht und die exakten Rahmenbedingungen des Austritts endgültig verhandelt wurden.

Zunächst Preisanstieg der Immobilienaktien

Ohne feststehende Verträge bleibt meist viel Raum für Spekulationen. So entstanden auch nach dem Brexit-Referendum eine Vielzahl wilder Mutmaßungen und vermeintlicher Experten-Prognosen. Über fünf Monate nach dem Referendum lediglich feststellen, dass der direkte extreme Schub wohnungssuchender britischer Banker bis jetzt ausgeblieben ist und vermutlich auch nicht kommt. Lediglich die Immobilienaktienpreise stiegen moderat in der ersten Phase an. Doch nicht nur darum, wäre es falsch zu behaupten, es gäbe überhaupt keine Effekte auf die Immobilienwirtschaft Frankfurts und des Rhein-Main Gebiets.

Frankfurts große Konkurrenz

Viele Banken überlegen noch laut, ob sie überhaupt den Standort wechseln oder gar in London bleiben sollen. Bestehende Strukturen und ein scheinbar bestehender Nachschub an High Potentials sprechen hier sicherlich für London. Frankfurt hingegen punktet gemäß den Gutachten von Immobiliensachverständigern nicht nur mit räumlicher Nähe zu London, sondern auch mit besseren Marktbedingungen wie Market Access. Doch nicht nur die Mainmetropole möchte ein Stück vom Kuchen. Auch Luxemburg, Genf und Zürich haben einiges zu bieten und befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Ansteigendes Wachstum am Main

Man kann also davon ausgehen, dass die Anzahl abwanderungswilliger Banker, die letztendlich nach Frankfurt kommen vermutlich deutlich kleiner ist als zunächst angenommen. Wie sehr man dort dennoch davon profitieren kann verdeutlicht folgendes Rechenbeispiel. Seit 2010 ist die Einwohnerzahl der Stadt um 70.000 auf 727.000 gestiegen (Stand 30. Juni 2016). Die Wachstumsrate steigt im gleichen Zeitraum kontinuierlich auf zuletzt 2,25% Wachstum von 2014 auf 2015, was über 15.000 Zugezogenen entspricht. In London arbeiteten zuletzt etwa 360.000 Arbeitnehmer im Bereich Financial Services, davon sind etwa 100.000 der relevanten Zielgruppe von wohlhabenden Bankern zuzuordnen. Unterstellt man, dass etwa die Hälfte der Banker in London bleibt und sich der Rest auf die übrigen europäischen Top-Börsen gleichmäßig verteilt, so würde etwa nochmal die gleiche Anzahl Personen wie durch das organische Wachstum zuziehen. Dadurch würde sich die ohnehin schon steigende Wachstumsrate nochmals verdoppeln.

Immobiliensachverständiger prognostizieren weiter steigende Miet- und Kaufpreise

Aktuell liegen die Mietpreise pro Quadratmeter um bis zu 40 Prozent über dem deutschen Durchschnitt. Besonders betroffen sind auch die zielgruppenrelevanten Wohnimmobilien mit 100 und mehr Quadratmetern. Führende Sachverständigenbüros prognostizieren deshalb weiterhin steigende Miet- und Kaufpreise in Frankfurt. Endgültiges wird man erst feststellen können, nach dem der Austritt auch vertraglich festgelegt ist, beobachten können. Da sind sich die Experten der Immobilienbewertung einig.

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